Da wäre zuerst Michi Tschannen zu nennen, der sich als Kuhflüsterer erwiesen und es geschafft hat, dass sich das Vieh sanft auf den Rücken besteigen liess. Bedenke, Michi ist gerade mal 16! Man of a cow 7c ist der erste Boulder in diesem Grad, den er gezogen hat. Betrachtet man die Anzahl Begehung, die dieses Teil im Verlaufe des letzten Monats bekommen hat, dürfte der allmählich wirklich Kultstatus erlangen.
Aus Basel gibt es noch einen, der zum Aversaddict mutiert ist: Michel Weber konnte in der letzten Woche Schrotti 7b im souveränen Stil durchpullen. Das gilt auch für Christian Fascendini und Domi Grimm, der auch noch die rechte Variante, das Hageltrauma 7a+/b, gezogen hat. Mir persönlich hat sich auch heute noch nicht erklärt, warum der Ausstieg leichter sein soll als Schrotti. Michel hat noch eine Yogavariante im Sündenfall, einem chronisch unterbewerteten 7a, gefunden. Eher hart 7a+ würde da besser passen. Michel ist auch sonst noch recht kreativ, hat er doch bewiesen, dass man die Crux von Traversatta auch durchmantlen kann. Wie das gehen soll, müsst ihr ihn selber fragen.
Das Dynamos nicht schwer sein müssen, hat Domi mit Dino's don't Dynos 7b bewiesen. Nämlich im zweiten Versuch. Mehr hätte der Boulder auch nicht an Versuchen zugelassen, wenn man bedenkt, was der scharfe Henkel auch an seiner Hand angerichtet hat.
Über Blown away 7b, dieser mehr als Soloroute denn als Boulder zu bezeichnenden Rampe, haben sich einer Ameisenstrasse gleich Simon Wandeler, Michi, " jener" Franz und ich gefürchtet. Michel hatte noch etwas Angst vor dem Erfolg und liess beim Zug zum Ausstiegshenkel grosszügig los...
Ich selber war auch nicht ganz untätig und habe mir letzte Woche noch den Sukkubus gegeben, der meiner (und Vieler anderer) Meinung nach eher gut 7c+ ist. Für mich eher ein Schlüsselerlebnis, habe ich doch festgestellt, dass es möglich ist, durch konstantes Probieren einen Steigerungsprozess durchzumachen, bin ich doch am Anfang null abgehoben...
Fast schon zum Einschlafen sah Franz' Begehung von Enterprise in space 7c, die beinfreie Campusboardhangelversion von Enterprise 7a aus. Und das bei den Temperaturen! Ihr versteht schon was ich meine, wenn ihr mal die Sloper angefasst habt...
Den Vogel abgeschossen hat er aber mit der Schnellbegehung der optisch schönsten Linie im Avers, dem Astronautenfieber 8a. Der Junge wird einem langsam unheimlich.
Noch so ein Unheimlicher geistert in der Gestalt von Simon Wandeler durch den Wald. Am Sonntag hat er nach dem Aufwärmen gerade mal drei Boulder geklettert. Aber eben die richtigen zum richtigen Zeitpunkt: Nach eben besagtem Blown away hängte er im ersten Versuch des Tages - nach einer Ausboulderaktion vor einer Woche - Nothing changes 8a an. Davon beflügelt zog er daraufhin noch Bodycount 8a+ auch gleich im ersten Versuch. Nach nur einer Bouldersession am Vortag! Tja, andere Welten...da staunt der Laie.
Jetzt lasse ich mir nicht das Vergnügen nehmen, noch von Johannes Schlemper zu berichten, der zwar nicht bei uns wohnt aber oft bei uns geklettert hat, also auch irgendwie klar dazu gehört. Zwei Jahre verletzt und Kletterabstinent hat dieses unglaubliche Kraftpaket in den letzten drei Wochen einen 7c-Klassiker nach dem anderen gelöst. Nicht nur die langen Teile, sondern auch die kurzen deftigen... Da dürften noch was ganz anderes gehen.
Und jetzt heisst es wieder hinträumen bis zum nächsten Mal. Es gibt ja noch soviel dort zu tun. Ich bin schon wieder ganz aufgeregt für's - wie Johannes es treffend formulierte - Absurdistan. Tschüss, Chris